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  DIE SCHMERZHAFTE SCHULTER
Schmerzen im Schultergelenk gehören zu den häufigsten Erkrankungen, die Patienten in eine
orthopädische Praxis führen. In den meisten Fällen ist eine wesentliche Besserung und oft auch
Heilung durch eine konservative Behandlung ausreichend. In manchen Fällen führt allerdings erst
eine Operation zur Besserung der Beschwerden. Für diese Patienten wurden in den letzten Jahren
schonende Operationstechniken entwickelt, die zumeist auch ambulant möglich sind und eine rasche
Wiederaufnahme der täglichen Aktivitäten erlauben.
Es fing zunächst mit leichten Schmerzen an. Jedesmal nach dem Tennisspiel hatte Herr Werner König
(Name von der Redaktion geändert), 54 Jahre, dumpfe Schmerzen in seiner rechten Schulter. Bald
gesellte sich der typische nächtliche Schmerz hinzu. Er konnte auf seiner rechten Schulter nicht mehr
liegen und wachte mehrfach jede Nacht auf. Mit der Zeit wurde ihm sein liebstes Hobby, das Tennis-spielen,
komplett verleidet.
Die Diagnose beim Orthopäden: Impingementsyndrom, ein Engpasssyndrom der Oberarmkopf-muskulatur,
das sich insbesondere bei der Auswärtsbewegung des Armes schmerzhaft auswirkt
und zum Teil die Bewegung einschränkt.
Die Injektionstherapie, die physikalische Therapie sowie die Krankengymnastik hatten für Herrn König
keine bleibende Besserung erbracht. Nach sechs Monaten erfolgloser konservativer Therapie und
einer ganzen Tennissaison, die ohne ihn vorüberzog, entschloß sich Herr König zur Operation. Mit
einem kleinen, ca. vier Zentimeter langem Hautschnitt aus der ästhetischen Chirurgie (sog.
"Säbelhiebschnitt") wurde bei ihm der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach erweitert,
zusätzlich wurde ein Teil des Schultereckgelenkes entfernt. Damit wurden die mechanischen
Einengungen des sog. subacromialen Raumes beseitigt. Die Operation wurde ambulant durchgeführt,
die ersten Tage erfolgte eine Ruhigstellung im Schulterschlauchverband. Die Schmerzen nach der
Operation waren relativ gering, so dass er bereits am dritten Tag nach seiner Operation wieder als
Sänger eines Freizeitchores ein Konzert in München bestreiten konnte. Für die nächsten drei Wochen
wurde er mit einem speziellen Motorstuhl beübt, den der Patient zu Hause bei sich aufgestellt hatte.
Durch dieses schmerzlose Durchbewegen seiner Schulter konnte die Beweglichkeit erhalten bleiben.
Die danach durchgeführte aktive Krankengymnastik zur Kräftigung seiner Schultermuskulatur und zum
richtigen Einüben der Bewegunsabläufe an der Schulter liessen sich damit mühelos bewerkstelligen.
Nach vier Wochen konnte er seine normal Berufstätigkeit wieder aufnehmen. "Bereits die ersten
Nächte nach der Operation konnte ich trotz der Wunde wieder besser schlafen", so berichtet Herr
König. "Wenn ich gewußt hätte, dass dies so einfach und schmerzlos über die Bühne geht, hätte ich
mich bereits früher operieren lassen. Das Tennisspielen macht mir wieder richtig Spaß und mein
Aufschlag kommt auch wieder gut", so der nach wie vor sportlich ambitionierte Patient.
Differenziertes Vorgehen bei der richtigen OP-Technik:
besser und auch die
Kraft, selbst bei Überkopfarbeiten, kann wieder deutlich verbessert werden.

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In vielen Fällen gelingt es, mit einer ausgefeilten arthroskopischen Technik den Raum unterhalb
des Schulterdaches zu erweitern. Dafür sind dann nur drei kleine Zugänge durch die Haut notwendig,
die bereits nach acht Tagen wieder verheilt sind. Die Rehabilitationszeit wird durch den
arthroskopischen Eingriff deutlich verkürzt und der Schmerz nach der Operation verringert sich. Diese
Technik erfordert viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung des Operateurs. Die Methode des
Operierens durch das Schlüsselloch wird zunehmend auch eingesetzt bei der häufigen "Kalkschulter"
und zunehmend auch bei der Versorgung von Rissbildungen der Muskelmanschette des
Oberarmkopfes. Doch selbst bei großen Rissen der Muskelmanschette des Oberarmkopfes kommt man
mit einem kleinen Hautschnitt aus, und die oft quällenden Schulterbeschwerden lassen sich damit
langfristig wieder beheben. Die Beweglichkeit der Schulter wird wieder deutlich

Dr. Fritjof Schmidt-Hoensdorf und
Dr. Ludwig Brunnlechner

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